Die Posaunen des Jüngsten Gerichts



Posaunen des Jüngsten Gerichts | © Manfred Oberhauser

Er wird seine Engel unter lautem Posaunenschall aussenden und sie werden die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, von einem Ende des Himmels bis zum andern. Mt 24,31

Es sind kraftvolle Sprachbilder, mit denen das Kommen des Menschensohns ausgemalt wird. In der Alten Kirche, ganz oben über dem Durchgang zum Altarraum, schweben sie auf den Wolken, die drei Engel. Mit aufgeblähten Wangen blasen sie kräftig in ihre Posaunen, kündigen das Ende der Zeiten an, das Jüngste Gericht.

Sicher, mit dem Jüngsten Gericht hat man vielen Menschen Angst gemacht. Und doch: Die Engel mit den Posaunen blasen auch zum Wahltag. Wir müssen uns entscheiden, nicht zwischen Parteien, aber für Christus. Da war er radikal: Entweder ihr seid für mich oder gegen mich.

Das Christentum war immer schon mehr als nur eine bequeme Wohlfühlspiritualität. Hauptsache, es geht mir gut, reicht nicht. Eine Art Kompaktfassung des Weltgerichts gibt es in Mt 25,31-46. Und was ist der springende Punkt, der Schlüssel in den Himmel: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Wohlfühlen allein reicht nicht. Das blasen uns die drei Engel in die Ohren. Sie wollen uns aufwecken, nicht nur von den Toten, sondern auch vom Schlaf der Selbstgerechtigkeit, von der Bequemlichkeit, in der wir uns eingerichtet haben und in der wir den Herrgott gern einen guten Mann sein lassen. Nein, blasen die Engel, ihr müsst wählen!

Markus Hofer


PS: Wie Sie vermutlich schon wissen, müssen wir die Wände der Alten Kirche trocken legen, damit die Engel auch in Zukunft noch blasen. Und dafür brauchen wir Ihre Hilfe!